Digitalisierung

Digitales due‑diligence‑kit: wie sie mit sharepoint und power bi investorfragen innerhalb von 48 stunden fundiert beantworten

Digitales due‑diligence‑kit: wie sie mit sharepoint und power bi investorfragen innerhalb von 48 stunden fundiert beantworten

Investoren erwarten heute schnelle, belastbare Antworten. Ich habe deshalb ein digitales Due‑Diligence‑Kit entwickelt, das auf SharePoint und Power BI basiert und es ermöglicht, typische Investorfragen innerhalb von 48 Stunden fundiert zu beantworten. In diesem Artikel beschreibe ich, wie ich das Kit aufsetze, welche Inhalte und Prozesse nötig sind und welche Fallstricke Sie vermeiden sollten — praxisorientiert und umsetzbar.

Warum SharePoint + Power BI?

SharePoint bietet eine strukturierte, kollaborative Ablage und Zugriffssteuerung; Power BI verwandelt Daten in aussagekräftige, interaktive Berichte. Zusammen geben sie mir die Möglichkeit, sensible Informationen sicher zu verwalten und gleichzeitig aussagekräftige Visualisierungen für Investoren bereitzustellen. Die Integration in Microsoft 365 macht das Setup schnell realisierbar und kompatibel mit bestehenden Office‑Workflows.

Was gehört in mein digitales Due‑Diligence‑Kit?

Ich habe das Kit in drei Ebenen unterteilt: Dokumentation, Datenfeeds und Analyse- & Reporting‑Layer. Jede Ebene hat klare Verantwortlichkeiten und Vorlagen.

Dokumentation (SharePoint)

  • Geschäftsplan & Pitch Deck (aktuelle Version, Änderungsverlauf)
  • Organisationsstruktur & Schlüsselverträge (Arbeitsverträge, Lieferanten, Mietverträge, NDAs)
  • Finanzunterlagen: Bilanzen, GuV, Cashflow‑Statements (mind. 3 Jahre rückwirkend)
  • Steuerunterlagen und Prüfungsberichte
  • Produkt- und IP‑Dokumentation (Roadmap, Patente, Lizenzen)
  • Compliance & Datenschutzdokumente
  • Datenfeeds

  • Buchhaltungsdaten (CSV/Excel-Exporte aus ERP/Kanzleisoftware)
  • Bankkontoauszüge (abgeglichen, mit Kategorisierung)
  • CRM‑Daten (Leads, Sales‑Funnel, Pipeline nach Stage)
  • Nutzer‑ & Produktmetriken (MAUs, Retention, Churn, LTV, CAC)
  • Projektdaten & KPIs (Time Tracking, Budget vs. Ist)
  • Analyse‑ & Reporting‑Layer (Power BI)

  • Finanzdashboard: Liquidity Runway, Burn‑Rate, Break‑Even
  • Sales & Funnel: Conversionrates, Top‑Kunden, ARPA
  • Operative KPIs: Produktnutzung, Support‑Metriken
  • Vertragsübersicht & Risikokarte
  • Szenario‑Modelle: Best/Worst Case mit Schiebereglern
  • Wie richte ich die SharePoint‑Struktur ein?

    Ich beginne mit einer klaren Site‑Architektur:

  • Hauptseite: "DueDiligence‑Workspace"
  • Unterordner: Finance, Legal, Commercial, Product, HR
  • Dokumentenbibliotheken mit Metadaten (Dokumenttyp, Version, Verantwortlicher, Vertraulichkeitsstufe)
  • Wichtig ist die automatische Versionskontrolle und Aktivierung des Check‑Out/Check‑In. Ich lege außerdem standardisierte Metadatenfelder an, damit später in Power BI gefiltert und berichtet werden kann.

    Zugriffssteuerung und Governance

    Investor‑Zugänge sollten zeitlich begrenzt und rollenbasiert sein. Meine Regeln sind:

  • Interne Reviewer (voller Zugriff auf alle Bereiche)
  • Investor‑Gastzugang (nur lesend, eingeschränkter Bereich)
  • Externe Berater (selektiv, nur freigegebene Dokumente)
  • Ich nutze Azure AD für bedingten Zugriff (MFA) und setze Sensitivity Labels für besonders vertrauliche Dokumente. Alle Aktivitäten werden protokolliert, damit im Zweifel nachvollziehbar ist, wer welche Informationen eingesehen hat.

    Datenbereitstellung für Power BI

    Der Schlüssel ist ein wiederholbarer ETL‑Prozess. Ich empfehle folgendes Vorgehen:

  • Exportieren der ERP‑ und Bankdaten als strukturierte CSV/Excel oder via API
  • Staging‑Ordner in SharePoint (oder OneDrive) als Quelle
  • Power Query in Power BI Desktop für Transformationen: Datumsformate, Kontenzuordnung, Kategorisierung
  • Automatische Aktualisierung via Power BI Service (Gateway falls lokale Daten)
  • Ich dokumentiere jede Transformation in Power Query, damit Investoren oder Prüfer die Datenherkunft nachvollziehen können — Transparenz schafft Vertrauen.

    Design der Power BI‑Berichte

    Berichte müssen schnell erfassbar und drill‑downfähig sein. Meine Standardseiten:

  • Executive Snapshot: Top‑KPIs, sofortige Aussagen zur Liquidität
  • Finanzen Detail: Monats‑ und Jahresansichten, Bewegungsanalysen
  • Sales & Wachstum: Funnel, Cohort‑Analysen, Customer Metrics
  • Risiko & Verträge: Fälligkeiten, Vertragswerte, Kündigungsfristen
  • Szenario‑Planer: Einfluss von Umsatzrückgang/Burn auf Runway
  • Ich arbeite mit klaren Farbcodes (z. B. Ampellogik für Risiken) und interaktiven Elementen (Slicer, Bookmarks). Wichtige Annahmen sind direkt im Bericht als Textnotiz dokumentiert.

    Vorlage: Minimaler Daten‑ und Dokumentenkatalog für 48‑Stunden‑Antwort

    Bereich Unbedingt verfügbar Format
    Finanzen Letzte Monatsbilanz, Cashflow, Kontostände Excel / CSV
    Sales Aktuelle Pipeline, Top‑10 Kunden CSV / CRM‑Export
    Verträge Schlüsselverträge, Laufzeiten, Verpflichtungen PDF in SharePoint
    Produkt Nutzermetriken (MAU/DAU), Churn CSV / Analytics‑Export

    Prozess: 48‑Stunden‑Ablauf

    So organisiere ich die 48 Stunden:

  • Stunde 0–4: Secure Workspace freischalten, Gäste einladen, Minimaldokumente hochladen
  • Stunde 4–12: ETL starten, Power BI‑Modelle laden, erste Dashboards generieren
  • Stunde 12–24: Review & Plausibilisierung durch Finance/CEO, Kommentarfunktionen in SharePoint nutzen
  • Stunde 24–36: Feinschliff der Visualisierungen, Einbauen von Annotations‑Bookmarks
  • Stunde 36–48: Q&A‑Dokument vorbereiten, Präsentations‑Link teilen, Zugriffe prüfen
  • Häufige Fragen von Investoren (und meine Antworten)

    Ich bereite standardisierte Antworten vor, die direkt im Kit abrufbar sind:

  • Wie lange reicht die Liquidität? → Liquidity Runway mit Szenarien (Power BI)
  • Was sind die Top‑Risiken? → Risiko‑Heatmap und Vertragsfälligkeiten
  • Wie stabil ist das Umsatzwachstum? → Cohort‑Analysen und LTV/CAC‑Verhältnis
  • Gibt es Rechtsstreitigkeiten? → Aktuelle Statusberichte + Dokumente in SharePoint
  • Tipps zur Praxis — was ich gelernt habe

    Aus meiner Erfahrung sind diese Punkte entscheidend:

  • Vorbereitet sein: Ein einmal eingerichtetes Kit spart in jeder Verhandlung Zeit.
  • Dokumentation der Datenherkunft: Investoren vertrauen Quellen mehr, wenn Herkunft und Transformationslogik sichtbar sind.
  • Automatisierung: Regelmäßige Exporte und automatische Power BI‑Refreshes reduzieren Fehler und Aufwand.
  • Kommunikation: Ein kurzes Begleitschreiben im SharePoint erklärt den Aufbau und die wichtigsten KPIs — das erleichtert das Verständnis.
  • Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen eine Starter‑Vorlage für die SharePoint‑Struktur und ein Power BI‑Template zur Verfügung stellen, das ich in mehreren Projekten erprobt habe. Damit beschleunigen Sie die Einrichtung deutlich und sind innerhalb kürzester Zeit investorbereit.

    Sie sollten auch die folgenden Nachrichten lesen:

    Mit welchem kpi‑cockpit ihr vertrieb in 30 tagen messbar profitabler wird — ein umsetzbarer roll‑out‑plan
    Strategie

    Mit welchem kpi‑cockpit ihr vertrieb in 30 tagen messbar profitabler wird — ein umsetzbarer roll‑out‑plan

    Vertriebsführung braucht Klarheit: Welche Aktivitäten führen zu Umsatz, welche Deals sind...

    07. May Weiterlesen...
    Wie gründende geschäftsführer mit gezielter steuerplanung sofort liquide mittel freisetzen, ohne prüfungsrisiken zu erhöhen
    Steuern

    Wie gründende geschäftsführer mit gezielter steuerplanung sofort liquide mittel freisetzen, ohne prüfungsrisiken zu erhöhen

    Als Gründerin und Geschäftsführerin kenne ich die Spannung: Auf der einen Seite drückt der...

    04. Apr Weiterlesen...